Am 12.04. stellte der Landtagsabgeordnete Hans-Peter Behrens die „Bausteine der Energiewende im ländlichen Raum“ vor. Zuhörer*innen aus Muggensturm und dem Umland nahmen an dem 90minütigen Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde teil. Gleich zu Beginn nahm Behrens der „Geisterdebatte um Atomstrom“ den Wind aus den Segeln: „Atomstrom hat mit durchschnittlich 18Ct/kWh nur für den Betrieb ohne zusätzliche Kosten für die Entsorgung des entstehenden Mülls und gesetzlich vorgeschriebene Haftungssummen für Unfallschäden den höchsten Herstellungspreis“, so der Abgeordnete, „Ohne Subventionen würde Atomkraft in keinem Land funktionieren.“
Die interessierten Zuhörer*innen erhielten dann ausführliche Informationen über neuestetechnologische und politische Entwicklungen aufverschiedenen Gebieten der erneuerbaren Energien und der Bioökonomie. Dabei wurden auch Zielkonflikte aufgezeigt: „Freiflächensolar ist Flächenverbrauch. Und Freiflächensolar mit ein paar Hühnern drunter ist nicht automatisch Agri-PV.“, machte Behrens klar. Gute Ergebnisse würden jedoch bei Obstplantagen erzielt, wo die Solaranlagen als intelligente Beschattung dienen, sowie als Regen- und Hagelschutz. Erste Vorteile sind messbar: Ertragssteigerung, weniger Fungizideinsatz und 50% weniger Bewässerung. Damit sei man auf einem guten Weg zur Wirtschaftlichkeit: „Es sind mehrere Projekte in der Pipeline, die ohne Förderzuschuss auskommen.“ weiß Behrens zu berichten.

Wer schwimmende Solarzellen auf dem Angel- und Badesee in Muggensturm fürchtet, kann beruhigt sein: in den Planungskarten des Landes werden ausschließlich Seen mit aktivem Baggerbetrieb erfasst. Selbst der Baggersee am Ortsausgang Richtung Karlsruhe zwischen der L67 und dem Naturschutzgebiet Federbachbruch erscheint dort nur als bedingt geeignet.
Neben der Erzeugung regenerativen Stroms müsse laut Behrens in Zukunft der Fokus verstärkt auf regenerativer Wärme liegen, denn sämtliche benötigte Wärme aus Strom zu produzieren werde schwierig. Ein Wärme- bzw. Kälte-Netz ist im Vergleich zum Erdgasnetz technologie-offen. Denn es ist egal, mit welcher erneuerbaren Energie die Wärme hergestellt wird. So kann man in Zukunft leicht auf eine neuere, noch effizientere Energie umstellen. „Gasnetze macht man heute eigentlich nicht mehr.“, so Behrens.
Wir bedanken uns herzlich bei Hans-Peter Behrens für seine wissenschaftsbasierten Informationen und die zahlreichen Praxis-Beispiele aus Baden-Württemberg. Damit hat er gangbare Wege für eine zukunftsorientierte Energie- und Wärmeversorgung hier in Muggensturm aufgezeigt.